Arbeiten immer auf Zimmerlautstärke

Eigentlich ist mit der Überschrift schon alles gesagt…

 

…aber ich gebe euch mal ein paar Gründe weshalb es am Besten ist auf Zimmerlautstärke zu arbeiten.

  1. Eure Ohren werden es euch danken. Ihr werdet nicht so schnell müde und könnt längere Zeit an eurem Arrangement oder eurer Mischung arbeiten.
  2. Laut klingt alles gut. So schön euer Track auf maximaler Lautstärke auch klingt. Ob ein Track wirklich gut ist, erkennt ihr erst auf Zimmerlautstärke. Grooved der Track auch, wenn er leise aus den Boxen kommt, und klingt er auch leise interessant und spannend? Dann seid ihr auf dem richtigen Weg. Dann wird der Track laut noch besser klingen. Aber… beginnt leise!
  3. Auf leiser Lautstärke lassen sich Instrumente besser mischen und aufeinander abstimmen. Im Bassbereich stellt man dadurch meistens fest, dass dieser erst durch eine zusätzliche Sättigung hörbar wird. Die Höhen dagegen lassen sich besser mit mehr Lautstärke abstimmen.
  4. Eure Nachbarn werden es euch danken. (Na gut. Das ist kein echter Grund)

Mastering für CD oder MP3-Kaufportale: mit Stille beginnen und enden

Ein kleiner Tipp beim Mastern der Tracks: Stille vorne und hinten im Lied einfügen.

Einige CD- und MP3-Player haben die Angewohnheit die ersten 0,2-0,4 Sekunden zu verschlucken und beim Ende bereits in nächsten Lied überzublenden. Daher ist es ratsam 0,5 Sekunden Stille vor Beginn des Liedes und 0,5 – 1 Sekunde Stille am Ende einzufügen. Sonst klingt es für den Hörer so, als ob die MP3 unvollständig ist. Die Stille erzeugt beim Hörer die Gewissheit, dass er das Lied wirklich vollständig gehört hat.

Einzigartiger Klang durch Layering

Aufgrund der vielen Presets ihrer Synths und Sounds nutzen viele Musiker die Möglichkeiten nicht dem Klang etwas mehr Einzigartigkeit zu verleihen. Dabei ist es eigentlich einfach dem Sound etwas mehr Eigenständigkeit zu geben. Der Trick lautet Layern und nichts anderes als das Spielen der gleichen Melodie oder Rythmus mit einem oder mehreren zusätzlichen Instrumenten. Positiver Nebeneffekt: Der Sound wird dadurch dichter und fetter und erhält somit mehr Frequenzbreite. Vorsichtig sollte man jedoch aufgrund der Phasenauslöschung bei tieffrequenten Klängen wie Bässen, Bassdrums oder tiefen Synths sein. Hier hilft es entweder im Synth die Phase zu drehen, bei Samples den Startpunkt zu verschieben oder ein Phasendreher-Plugins wie Audiocations Phase AP1 zu verwenden.

Arrangements frühzeitig beginnen

Der heutige Artikel befasst sich mit der Lösung zu dem Problem, dass viele gute Ideen auf der Festplatte in 20 Sekunden Loops dahin vegetieren und zum Schluss im Mülleimer entsorgt werden:

Frühzeitig mit der Planung des Arrangements beginnen!

Im folgenden Beschreibe ich die Vorgänge bei House/Techno-Produktionen. Ihr könnt mir aber gerne schreiben, wenn Ihr in anderen Musikrichtungen anders vorgeht. Ich nehme diese Vorgehensweise dann in diesen Artikel auf.

Die frühe Planung zum Arrangement soll Euch dabei helfen, die Motivation für das Lied zu behalten. Besonders Drums sind dafür gut geeignet, einen Einblick in das zukünftige Arrangement zu geben. Fangt mit dem Aufbau der Drums an (Intro); überlegt, an welchen Stellen Ihr diese für den Spannungsaufbau weglasst, wann diese wieder eingesetzt werden (Refrain) und wann der Abbau der Drums geschehen soll (Outro). Nun habt ihr einen Überblick, wie lang der Track wird.

Zusätzlich könnt ihr in den einzelnen Loops bereits Variationen einbauen, oder zwischendurch einzelne Sounds weglassen oder hinzufügen. Auch der Einbau von Uppern (Lauter/gefiltertes Rauschen / Crashbacks / Landende Flugzeuge / umgedrehtes Donnern etc.) sind an dieser Stelle bereits sinnvoll. Möglicherweise könnt ihr euer fertiges Drum-Arrangement als Template einsetzen und müsst nachher nur noch kleinere Änderungen am Arrangement und an den Drumsounds vornehmen, damit nicht jeder Track gleich aufgebaut ist und identisch klingt.

Habt Ihr nun das Arrangement im groben aufgebaut, könnt ihr nun den Bass und/oder die Melodien einsetzen.

Bässe abmischen

Um einen Bass richtig abzumischen verwendet man am Besten 1. einen EQ seines Vertrauens, 2. einen Kompressor und 3. einen Limiter. Alle Plugins werden in der angegeben Reihenfolge als Insert-Effekt in den Kanal gelegt.

Der Equalizer (EQ)

Der EQ dient in diesem Fall nicht der Klangbildung sondern dazu, Peaks in der Resonanz zu finden und zu eleminieren. Der Q-Wert (oder Resonanz-Wert) sollte erstmal sehr hoch eingestellt werden, Anschließend stellt man den Gain auf den maximalen Wert. Nun durchsucht man den Frequenzbereich nach Resonanzen. Eine Resonanz erkennt man daran, dass der Lautsprecher entweder zu verzerren beginnt, oder es einfach in den Ohren schmerzt. Wenn man nun eine Resonanz gefunden hat, setzt man den Gain <0 und eleminiert die Resonanz. Im Bass-Bereich sollte man natürlich vorsichtig sein bei der Elimination, da man sich sonst die Kraft aus dem Bass nimmt.

Der Kompressor

Der Kompressor dient dazu, dem Bass etwas mehr Punch zu verleihen. Hier jedoch eine allgemeingültige Aussage zu treffen ist nicht möglich. Daher beschreibe ich einfach die Werte des Kompressors, mit denen ich meistens meinen Bass mische. Die Attack-Zeit stelle ich meistens zwischen 1ms und 30ms ein, der Release bei ca. 50ms bis 150ms. Der Kompressionsfaktor liegt selten > 4.

Der Limiter

Zum Schluss in der Kette liegt der Limiter. Dieser soll erstens die Lautstärke, die wir durch die Kompression verloren haben, wieder erhöhen. Aber was wesentlich wichtiger ist, dient er zweitens dazu die Peaks, die der Kompressor erzeugt, abzufangen.  Durch gezielten Einsatz des Input-Gains läßt sich ein schöner, in allen Frequenzen gleichmäßer Bass erzeugen, der ja bekanntlich in vielen Liedern das Fundament bietet.

Probiert es einfach mal selbst aus und schreibt mir eure Erfahrung wenn Ihr möchtet.

Panning von Stereo-Mischungen

Eines der Themen, dem viel zu wenig Beachtung beigesteuert wird, ist das Panning in Stereo-Mischungen.

  1. Einleitung
  2. Die Verteilung von Instrumenten im Raum
  3. Verteilung der Delay und Reverb Effekte im Raum
  4. Das Lautstärkeproblem
  5. Echte Positionierung mittels Delay
  6. Erzeugen eines Stereopannings mit einer Monoaufnahme

Einleitung

Eine gute Stereo-Summe läßt den Hörer ein Bild einer Band in den Lautsprechern aufbauen, in der jeder Musiker seinen räumlichen Platz besitzt.
Doch wie kommen wir zu einer solchen Mischung? – Dazu muss einem bewußt werden, dass die Lautsprecher eine Bühne darstellen auf dem jeder Musiker mit seinem Instrument seinen Platz hat.

Die Verteilung von Instrumenten im Raum

Wenn ein Lied aufgrund vieler Instrumente undurchsichtig klingt, liegt es in vielen Fällen daran, dass die Instrumente im Stereobild nicht richtig verteilt wurden:

Zu viele Instrumente, die im gleichen Frequenzspektrum liegen, kommen aus dem gleichen Lautsprecher.

Meistens wird dann versucht diese Instrumente per EQing im Frequenzspektrum voneinander zu trennen. Die Wirkung: Die Instrumente klingen nicht mehr satt und dem Lied fehlt es an Kraft.

Eine einfache Lösung dieses Problems ist die Verteilung der Instrumente auf die beiden Lautsprecher, das eigentliche Panning, und eventuelles Nachregeln mit (ein wenig) EQ und Lautstärke.

Stellt euch den Raum der Bühne als ein Blatt Papier vor. Die X-Achse stellt das Stereobild dar, die Y-Achse die Frequenzverteilung von unten (tiefe Frequenzen) nach oben (hohe Frequenzen). Zeichnet anschließend für jedes Instrument aus Eurem Mix einen Kreis oder Oval so ein, wie ihr glaubt, dass es das Instrument gut repräsentiert.

Ihr könnt den Kreis sowohl in der Y-Achse größer machen, wenn das Instrument viele Frequenzen benötigt, als auch in der X-Achse, wenn das Instrument aus einem sehr räumlichen oder stereobreiten Klang besteht.

Schnell werdet Ihr feststellen, dass einige Instrumente sich überlappen, wenn ihr diese nicht gut im Stereobild verteilt habt.
Durch eine Neuanordnung auf dem Papier und anschließende Umsetzung am Mischpult erzeugt Ihr ein schönes, sauberes Klangbild.

Verteilung der Delay und Reverb Effekte im Raum

Wie das Instrument selbst hat auch der Effektanteil einen nicht unwesentlichen Anteil am Gesamtklang. Klingt der Reverb zwar gut, ist aber im Gesamtmix zu präsent, kann ein Reverb oder Delay mit gegenteiliger Einstellung zum Panning des Instrumentes wahre Wunder bewirken.

Z.B. liegt die Gitarre halb links im Panning, erzeugt der Reverb mit Einstellung halb rechts einen wunderbaren räumlichen Klang. Gleich verhält es sich beim Delay. Wichtig ist, dass es nicht nur einen Reverb/Delay Effektkanal, sondern mehrere mit unterschiedlichen Panning zur Auswahl gibt.

In einem späteren Artikel werde ich mich noch mit dem Thema Tiefenstaffelung beschäftigen.

Das Lautstärkeproblem

Das Problem ruht auf der Tatsache, dass ein Signal aus zwei Lautsprechern (Panning-Regler in der Mitte) dopppelt so laut ist, wie das gleiche Signal, dass aber nur aus einem Lautsprecher kommt (Panning-Regler ganz links oder ganz rechts).

Daher bieten einige Sequenzer eine Einstellung zur Panning-Lautstärke beim Vollausschlag an. Dieser Einstellung verringert die Gesamtlautstärke des Kanals um -3DB oder -6DB (je nach Einstellung) wenn der Panning-Regler in der Mitte steht. Es wird dann automatik die Lautstärke angehoben, wenn der Panning-Regler nach links oder rechts verschoben wird.

Echte Positionierung mittels Delay
Zur wirklich guten Raumpositionierung eines Klanges oder Instruments reichen die unterschiedlichen Lautstärken aus dem rechten und linken Lautsprecher nicht aus.

Wer mal eine Gitarre mit einem Stereomikrofon aufgenommen hat, kennt den gravierenden Unterschied zur Monoaufnahme mit Panningregelung.

Wodurch unterscheidet sich eine Stereoaufnahme eines (Mono-)Instruments von einer Monoaufnahme?

Ganz simpel gesagt: das Delay macht den Unterschied.
Eine Stereoaufnahme mit nicht-mittig positionierten Instrumenten erzeugt immer ein Delay auf der gegenüberliegenden Seite. Im Extremfall, also vollständiges Panning zu einer Seite kann das Delay bis zu

0,5 Millisekunden betragen, oder wer es samplegenau wissen will:

Delay = Abtastfrequenz / 10 * Maximaldelay von 0,5.

Bei 44100 hz wären es 2205 Samples.

Erzeugen eines Stereopanning mit einer Monoaufnahme
Durch Verwendung eines Stereodelays als Insert-Plugin läßt sich dieser Effekt nachbauen. Dazu wird das Delay auf der Seite des Instruments auf ein Minimum reduziert, der anderen Seite ein Delaywert von maximal 0,5 Millisekunden zugeteilt. Zum Schluss wird das Feedback sowohl links als auch rechts auf 0 setzt. Damit das Delay auf der gegenüberliegenden Seite noch hört wird, sollte das Panning nicht vollständig in eine Richtung verschoben werden.

Nun haben wir aus einer Monoaufnahme eine Stereoraumverteilung geschaffen, der wir nun mittel Delay und Reverb in den Effektkanälen zusätzlich die Tiefenwirkung verstärken können.

Die richtige Aufstellung von Lautsprechern

Heute möchte ich Euch etwas über das Aufstellen von Lautsprechern erzählen. Denn auch wenn man tolle und teure Lautsprecher besitzt, bringt es nichts, wenn diese nun falsch aufgestellt wurden und dadurch nicht ihr Potential entfalten können.

  1. Das wichtigste ist: Freie Sicht zu den Membranen der Lautsprecher. Es bringt nichts, wenn die Membrane durch Tische oder Monitore versteckt werden. Dies führt zu Klangverfälschungen. Z.B. führt es zum Brummen der Arbeitsplatzes, wenn dieser durch Eigenresonanz zu schwingen beginnen, weil die Membrane der Tieftöner auf diesen gerichtet ist.
  2. Lautprecher sollten generell nicht direkt an einer Wand (Rückwand, Seitenwand) stehen. Eigentlich wäre es optimal Lautsprecher frei im Raum stehen zu haben. Da dies jedoch weder schön ausschaut, noch praktikabel ist, sollte zumindest ein Abstand zu jeder Wand von mindestens 40cm eingehalten werden.
  3. Als nächstes folgt die Höhenkorrektur und die vertikale Ausrichtung. Als Fixpunkt dient hier der Bereich zwischen Mitten und Höchtöner, bzw. bei 2-Wege-System der zwischen Tief und Mittel-/Hoch-Töner. Die Augen des Produzenten sollten in einer waagerechten Linie zu diesem Fixpunkt stehen. Verwendet am Besten einen Wollfaden, den ihr mit Tesafilm an den Lautsprecher befestigt und in der Nähe eurer Augen spannt.
  4. Nun folgt die horizontale Ausrichtung: Der linke Lautsprecher sollte euer linkes Ohr fixieren, der rechte Lautsprecher das rechte Ohr. Zwischen Euch und den Lautsprechern sollte nun ein Winkel entstehen, der in etwa einem V entspricht (optimal wäre ein 60° Winkel), als etwas enger als ein rechter Winkel.

In meinem nächsten Artikel befasse ich mich mit dem Einmessen und Auspegeln der Lautsprecher und kleinen Korrekturen des Abhörraumes.

4. Tipp: Alle Audio-Spuren mit mindestens 24-Bit aufnehmen

Hallo zusammen,

hier kommt mein 4. Tipp:

Alle Aufnahmen mit mindestens 24-Bit
Bei 24-Bit Aufnahmen hat man den Vorteil 256 Mal(!) mehr Spielraum als bei einer 16-Bit Aufnahme zu haben. Dadurch muss die Aufnahme nicht zwingend bis kurz unter 0 DB aussteuert werden, man erspart sich eine Menge Vorarbeit und erhält gleichzeitig dabei eine qualitativ bessere Aufnahme.
Nochmal zum Vergleich:
16-Bit = 2^16 = 65536
24-Bit = 2^24 = 16777216
Man hat also bei einer 24-Bit Aufnahme pro Einzelsample 16777216 Lautstärkewerte zur Verfügung. Dies sollte für jede qualitativ hochwertige Aufnahme ausreichen.
Wer viel Platz auf seiner Festplatte hat, kann auch mit 32-Bit (4294967296 Lautstärkewerte) aufnehmen. Aber den Unterschied zu 24-Bit wird man dabei nicht mehr hören.

3. Tipp: Kenne deine Lautsprecher

Hallo zusammen,
an dieser Stelle kommt nun mein dritter Tipp für euch:
Wichtiger als jedes Plugin oder Effektgerät ist es zu wissen wie deine Lautsprecher klingen. Wenn die Lautsprecher selbst bei professionell aufgenommenen CD laff, nicht druckvoll oder überspitzt klingen, sollte dein Mix es auch nicht sein. Man überschätzt aufgrund der Lautstärke oder Bassanteilen den eigenen Mix häufig. Deshalb ist es sehr sinnvoll zwischen mehreren Abhörmonitoren umswitchen zu können.
Ich empfehle als zusätzliche Lautsprecherpaare kleine radioähnliche Varianten. An kleinen Lautsprechern merkt man schnell, wenn der Bassanteil zu hoch und der Klang verzerrt oder übersteuert ist. Außerdem lassen sich an daran auch gut hohe Frequenzen analysieren, da diese über die kleinen Lautsprecher schnell als störend empfunden werden.

Wenn du mit einem Subwoofer arbeitest, solltest du die optimale Position des Subwoofers im Raum mit einer professionell aufgenommenen CD und mehrmaligem Abhöhren im Arbeitsbereicht ermitteln.

2. Tipp: Kenne deinen Raum!

Hallo lieber Leser,
heute folgt nun meiner 2. Tipp für euch:
Es ist von unschätzbarem Vorteil, wenn du weißt, ob der Raum in dem du mischst bestimmte Frequenzen betont oder absenkt. Versuche den Mangel mit zusätzlichen Bauteilen wie Bassfallen, Absorbern oder Diffusoren auszugleichen und den optimalen Klang in den Arbeitsbereich zu lenken.