Wird beim Einsingen oder Einspielen von Instrumenten eine zeitliche Verzögerung festgestellt,  liegt dies meistens daran, dass der Rechner entweder in den Treibern einen zu hohen Puffer (engl. Buffer) eingestellt hat, oder der Sequenzer aufgrund verwendeter Plugins einen Latenzausgleich vornimmt. Meistens merken dies Pianisten daran, dass der Ton nicht direkt aus den Lautsprechern kommt wenn sie eine Taste auf dem Keyboard drücken oder Sängerinnen sich selbst nur verzögert hören oder es so klingt, als ob sie im Chorus singen würden.

Schritt 1: Latenz im Treiber ändern

Wird eine ASIO-fähige Soundkarte verwendest, so läßt sich in den Einstellungen des Treibers die Puffergröße verkleinern. Hier im Screenshot der RME Fireface-800-Treiber  findet

man oben rechts die Einstellungen zu „Buffer Size (Latency)“. Eine spürbare Latenz tritt meistens bei Werten größer als 256 Samples auf. Daher sollten Sie versuchen den Wert etwas zu verringern. 48 Samples ist bereits ein sehr niedriger Wert. Hier könnten Audio-Aussetzer auftreten, da der Rechner dadurch stärker ausgelastet wird.

Merke: Je niedriger der Puffer-Wert ist, deso höher ist die CPU-Auslastung und ungekehrt.

fireface_settingsSchritt 2: Abschalten von VST-Plugins

Wenn es nicht möglich ist die Latenz durch Puffergrößen-Änderung zu verringern, ist es hilfreich die VST-Plugins im Sequenzer abzuschalten. Viele Sequenzer verwenden einen Latenz-Ausgleich für ihre VST-Plugins. Hier ein kleines Beispiel dazu: ein Gain-Plugin benötigt weniger Berechnungsschritte als ein Chorus. Damit nun alle Mixer-Spuren weiterhin synchron laufen, ermittelt der Sequenzer welches Plugin die längste Berechnungszeit hat und fügt den anderen Plugins eine kleine Verzögerung zu. Dadurch werden die Spuren wieder synchronisiert.

Schritt 3: Mixdown

Ändert sich durch das Abschalten der Plugins nur wenig oder verändert sich dadurch das Lied so sehr, dass es nicht mehr angenehm klingt, ist der nächste Schritt einen Mixdown (Bouncing) des gesamten Liedes zu machen. Anschließend öffnet man ein neues Arrangement, importiert den Mixdown und beginnt mit der Aufnahme-Session. Im Anschluss importiert man die Aufnahme in das ursprüngliche Arrangement.