CUDA und Stream – Revolution für den Plug-In-Markt?

Seit einiger Zeit bieten die Hersteller Nvidia und AMD eine neue Generation von Grafikkarten an, die neben der Darstellung von Bildern für Spiele auch zur Berechnung von Algorithmen werden können. CUDA (Nvidia) und Stream (AMD) ermöglichen hiermit eine neue Sichtweise für die Verwendung von VST-Plugins. Je nach verwendetem Algorithmus läßt sich ein Reverb auf den Grafikkarten beispielsweise um das 10 bis 100-fache schneller berechnen.
Ein für die Grafikkarte entwickeltes Plug-In schickt die Daten zur Berechnung an die Shader-CPUs der Grafikkarte. Diese berechnen dann den Effekt und schicken die Daten wieder zurück an die CPU des PCs, wo sie von dort aus ins Musikprogramm eingebunden werden. Diese Sichtweise ist nicht neu: der Hersteller Universal Audio hat auf diese Weise das mit modifizierten Grafikkarten-CPUs ausgestattetes Produkt UAD-1 zusammen mit eigenen Plug-Ins auf den Markt gebracht, wonach sich so ziemlich jeder Musiker die Finger leckt. Mittlerweile gibt es das Nachfolgeprodukt UAD-2 mit noch leistungsstärkeren Prozessoren.

Wo liegt nun der Unterschied zwischen UAD-2 und den Grafikkarten von Nvidia und AMD?

Die Hauptunterschiede liegen natürlich in den verwendeten Plug-Ins und im Preis. Während die qualitativ hochwertigen UAD-2-Plug-Ins nur auf der UAD-2 Karte laufen und jedes Plug-In den Geldbeutel zwischen 300 und 800 Euro leichter macht, so gibt es zur Zeit für die CUDA und Stream noch kaum Plugins.
Erwähnenswert ist jedoch die Pionierarbeit von Nils Schneider: Er hatte bereits Juli 2008 eine erste Version seines Convolution Reverb für die CUDA-Schnittstelle entwickelt. Mittlerweile sind auch die Hersteller Acoustica audio und Liquid Sonics an Board und haben einige der eigenen Produkte für die neuen Grafikkarten erweitert.
Über die Qualität der CUDA/Stream-Plug-Ins werden wir in einen der nächsten Artikel berichten. Die erste CUDA-Grafikkarte ist aber bereits bei AS-Music angekommen und wird demnächst in unserem Studio-PC verbaut.

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